anpfiff.info: Vorbericht Bayerische Hallenmeisterschaft 2013

Der Kampf um Bayerns Krone - E.ON Bayern Cup mit Top-Besetzung
von Bernd Riemke; anpfiff.info

 

Am kommenden Sonntag ist das oberfränkische Speichersdorf Austragungsort für die elfte Bayerische Hallenmeisterschaft der Frauen. Im erlesenen Starterfeld finden sich mit dem SV Reitsch und dem 1. FFC Hof auch zwei „heimische“ Vertreter, die keinesfalls chancenlos ins Rennen um den Titel gehen. anpfiff holte Stimmen aller beteiligten Mannschaften ein!


Gruppe A
FC Memmingen (Regionalliga)
Der Titelverteidiger gibt sich die Ehre. Im vergangenen Jahr konnten sich die Schwaben bereits zum zweiten Mal nach 2009 die Krone aufsetzen. Den ewigen Rivalenkampf auf Bezirksebene konnte der Regionalligist auch in diesem Jahr souverän gegen Schwaben Augsburg für sich entscheiden. „Da konnten wir allerdings auch noch mit unser besten Aufstellung antreten“, so Sandra Hoffmann, Sportliche Leiterin des FCM. Inzwischen fallen mit Tanja Rohmert und Marina Rangosch zwei erfahrene Leistungsträgerinnen ebenso aus wie Stammtorhüterin Esra Demirel. „Natürlich fahren wir da hin, um zu gewinnen, aber zum erklärten Favoritenkreis gehören wir dieses Jahr trotzdem nicht“, so Hoffmann weiter, die zudem darauf verweist, dass der Klassenerhalt in der Regionalliga oberste Priorität genießt. Zu diesem Zweck gab es bei den Schwaben in der Winterpause auch einen Trainerwechsel. Dirk Hanspaul (vorher SV 29 Kempten) schwingt nun das Zepter und legt das Hauptaugenmerk verständlicherweise weniger auf die Hallensaison. „Es wird kein Zuckerschlecken, aber natürlich reisen wir nicht an, um zu verlieren“, so Hoffmann kampfeslustig, die  ihr eigenes Team trotz der Ausfälle stark genug sieht, ein Wörtchen um den Titel mitreden zu können.

 

SC Regensburg (Bayernliga)
Der Oberpfälzer-Serienmeister reist zum fünften Mal in Folge zur Bayerischen Meisterschaft. Jedesmal  fiel das Ergebnis dabei stets besser aus als im Vergleich zum Vorjahr. Ganz nach oben schaffte es der SCR allerdings noch nicht. 2012 war nach einer überzeugenden Vorrunde im Halbfinale Endstation. „Wir haben uns entwickelt und verfügen inzwischen über eine gehörige Portion Erfahrung in der Halle“, so Trainer Mario Lehmeier, der immerhin auf einige Spielerinnen zurückgreifen kann, die bereits zum festen Inventar der Bayerischen Hallenmeisterschaft gezählt werden können. Jelly Rudan im Tor und Melanie Scheid in vorderster Spitze werden sicher wieder zu den Hoffnungsträgern zählen. „Wenn sie einen guten Tag erwischt ist das sicher ein Faktor, der bei uns darüber entscheidet ob es läuft – oder eben nicht“, so Lehmeier über seine Torjägerin. Eine, die im Übrigen mit Sarah Edelbauer (FC Ruderting) in der Winterpause eine kongeniale Partnerin an die Seite gestellt bekam. Grund genug für den Trainer, nicht unnötig auf Understatement zu machen: „Wir haben eine Qualität in der Mannschaft, mit der das Halbfinale definitiv das Ziel ist!“ Darüberhinaus sieht Lehmeier die Favoritenbürde bei Weinberg, Memmingen oder Frauenbiburg auf mehrere Schultern verteilt.

 

SV Reitsch (Bayernliga)
Premiere für die Oranjes! Zum ersten Mal qualifizierte sich der SV Reitsch für die Bayerische Hallenmeisterschaft! „Wir haben nichts zu verlieren und werden alles riskieren“, so Sophia Dietze, die nicht nur wegen ihrer drei Treffer im Bezirksfinale zu den stärksten Akteurinnen ihres Teams zählte. Verzichten müssen die Ladykracher jedoch gleich auf ein etabliertes Trio. Neben Katrin Weiß und Lena Trinkwalter wird auch Torjägerin Linda Querfurth urlaubsbedingt nicht mit von der Partie sein können. „Es wird schwer und wir sind ganz klarer Außenseiter, aber vielleicht stärkt uns gerade das“, so die 19-Jährige weiter, die zudem darauf verweist, dass der SV Reitsch selbst im Bezirksfinale nicht unbedingt zu den großen Favoriten gezählt hat. Die Frankenwälderinnen sind eine eingespielte Truppe – vielleicht das große Plus der Mannschaft. Und sie verfügen mit Christin Stöcker über einen Rückhalt zwischen den Pfosten, der zum ganz großen Faustpfand werden kann. „Natürlich kann auch ich mir vorstellen, gemeinsam mit Ramona Pauli mehr Verantwortung zu übernehmen“, gibt sich Sophia Dietze durchaus selbstbewusst vor dem ersten großen Auftritt auf der Bayerischen Hallenbühne.

 

TV Altötting (Landesliga-Süd)
„Das ist für uns ein großartiges Erlebnis, auf das wir jahrelang hingearbeitet haben“, so Verena Schneiderbauer, die mit ihrem 1:0-Siegtor im Finale der Oberbayerischen Bezirksmeisterschaft gegen FC Ingolstadt dem Landesligisten den Weg nach Speichersdorf ebnete. „Wir wollen vor allem Erfahrung sammeln. Für manche geht ein Traum in Erfüllung“, so die 23-Jährige weiter, die tatsächlich zu den „Oldies“ im Team zählt. Der TV Altötting verfügt über eine ausgesprochen junge , verspielte Mannschaft, die vor allem über den Teamgeist zum Erfolg kommt. „Natürlich sind wir als klassenniedrigster Verein Außenseiter, aber die Halle hat ihre eigenen Gesetze. Da kann viel passieren“, hat Schneiderbauer keine Angst vor großen Namen und möchte genau jene Großen ein bisschen ärgern. Die Unbekümmertheit auf der einen Seite und die große Unbekannte zu sein auf der anderen, könnte gerade das Trumpf-As im Ärmel der Oberbayern sein. „Einige werden den Namen Altötting vielleicht noch nie gehört haben – und wenn dann nur als Wallfahrtsort“, schmunzelt Verena Schneiderbauer, aus deren Worten die Vorfreude auf das fußballerische Großereignis förmlich herauszuhören ist. Die Favoritenbürde lastet definitiv auf anderen Schultern, aber unterschätzen sollte man die Newcomer aus Altötting keinesfalls.

Infos zum Turnier
Datum: 17.02.2013 11:00 - 17:00 Uhr
Ort/Halle: Dreifachsporthalle Speichersdorf
Veranstalter: TSV Kirchenlaibach-Speichersdorf
Schirmherr: Bürgermeister Manfred Porsch
Ansprechpartner: Sonja Kienzler 0921/64609
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Turniermodus
Gespielt wird 1 x 15 Minuten.
Die beider Erstplatzierten der jeweiligen Gruppe ziehen in das Halbfinale ein.
Alle Plätze werden ausgespielt.
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Teilnehmende Mannschaften
Gruppe A
TV Altötting (w, Erw.)
FC Memmingen (w, Erw.)
SC Regensburg (w, Erw.)
SV Reitsch (w, Erw.)

Gruppe B
SV Frauenbiburg (w, Erw.)
1. FFC Hof (w, Erw.)
FC Karsbach (w, Erw.)
SV Weinberg (w, Erw.)
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Turnierplan und Ergebnisse
Vorrunde
Gruppe A
11:00 Reitsch - Altötting
11:17 SC Regensburg - Memmingen
Gruppe B
11:34 Weinberg - 1. FFC Hof
11:51 Frauenbiburg - Karsbach
Gruppe A
12:08 Reitsch - SC Regensburg
12:25 Altötting - Memmingen
Gruppe B
12:42 Weinberg - Frauenbiburg
12:59 1. FFC Hof - Karsbach
Gruppe A
13:16 Memmingen - Reitsch
13:33 Altötting - SC Regensburg
Gruppe B
13:50 Karsbach - Weinberg
14:07 1. FFC Hof - Frauenbiburg
Halbfinale
15:00 1. Gruppe A - 2. Gruppe B
15:17 2. Gruppe A - 1. Gruppe B
Spiel um Platz 7
15:34 4. Gruppe A - 4. Gruppe B
Spiel um Platz 5
15:51 3. Gruppe A - 3. Gruppe B
Spiel um Platz 3
16:08 Verlierer HF 1 - Verlierer HF 2
Finale
16:25 Sieger HF 1 - Sieger HF 2

 

 

Gruppe B

SV Weinberg (Regionalliga)
Mit dem aktuellen punktgleichen Spitzenreiter der Regionalliga gibt der ganz große Favorit auf den Titel seine Visitenkarte ab. Die Mittelfranken – 2006 und 2008 bereits Titelträger – mussten sich im letztjährigen Finale dem FC Memmingen geschlagen geben. Es gilt demnach eine Rechnung zu begleichen. „Wir haben im letzten Jahr erfahren, wie schwer es sein kann“, blickt Sonja Kienzler auf das Turnier im niederbayerischen Straubing zurück, bei dem der SVW nur mit Glück und einem blauen Auge die Vorrunde überstand. „Da hat auch schon jeder erwartet, dass wir durch marschieren. Wir wollen jetzt natürlich wieder zeigen, dass es durchaus gerechtfertigt ist, dass wir in der Regionalliga ganz vorne stehen“, so Kienzler vielsagend und selbstbewusst. Der SV Weinberg verfügt über ein seit Jahren eingespieltes Team, aus dem Nina Heisel in der Halle womöglich noch herausragt. „Natürlich wollen wir gewinnen“, hängt Kienzler die Trauben für die eigene Mannschaft bewusst hoch – doch diesmal nicht, ohne die Konkurrenz zu unterschätzen. Bei dieser räumt die Mittelfränkin vor allem Titelverteidiger FC Memmingen, SC Regensburg und dem 1. FFC Hof große Chancen ein.

 

FFC Hof (Bayernliga)
Das Oberfränkische Bezirksfinale war ein Heimspiel für den 1. FFC Hof. Eines, das allerdings im Finale verloren ging. „Das war natürlich ärgerlich, aber auch nicht so wahnsinnig schlimm, weil wir durch die Finalteilnahme wussten, dass wir qualifiziert sind“, wirft Nicole Munzert einen Blick zurück. Die Teilnahme an der Bayerischen Meisterschaft war das erklärte Ziel. Schließlich sind die Hoferinnen die einzigen, die bislang einen Titel nach Oberfranken holen konnten – 2011. „Das war schon ein saugutes Gefühl und es wäre toll, das zu wiederholen“, liebäugelt Nicole Munzert zumindest mit dem Halbfinale als Zwischenstation. Wohl wissen, dass schon die Gruppenphase eine echte Herausforderung wird. Dabei hat die 18-Jährige weniger den vermeintlichen Top-Favoriten SV Weinberg auf der Rechnung, sondern vielmehr den niederbayerischen Vertreter SV Frauenbiburg. „Vor allem Anja Riebesecker ist Weltklasse“, gerät Nicole Munzert ins Schwärmen ob der starken Konkurrenz. Eine jedoch, von der sich der FFC nicht einschüchtern lassen will. „Wir sind stark aufgestellt, haben viele technisch versierte Spielerinnen und kombinieren sehr flüssig“, bringt Munzert die Stärken der eigenen Mannschaft auf den Punkt. Stärken, die bei der „Bayerischen vor der Haustür“ nicht zuletzt dank der sicher wieder lautstarken Unterstützung durch den eigenen Fanclub zum Tragen kommen sollen. Das hat schon einmal sehr gut funktioniert…2011.

 

SV Frauenbiburg (Bayernliga)
Der Geheimfavorit aus Niederbayern tat sich im Bezirksfinale lange Zeit schwer, ehe im Finale der Knoten platzte. Dauerrivale VfB Straubing erwischte nicht seinen besten Tag, so dass der Bayernligist im entscheidenden Spiel den klassenniederen FC Ergolding in die Knie zwingen konnte. Nach dem 7. Platz zur Premiere im vergangenen Jahr, steckt der SVF die Ziele diesmal ungleich höher. „Wir wollen mindestens Zweiter werden in der Gruppe“, strotzt Torjägerin Theresa Strasser nicht erst seit dem souveränen Turniersieg beim RTB-Cup in Dingolfing, als im Finale der 1. FC Nürnberg mit 4:0 vom Parkett gefegt wurde, vor Selbstvertrauen. „Das wird trotzdem schwer, denn neben Weinberg schätze ich vor allem Hof sehr stark ein. Die können unter dem Hallendach ganz schön aufzaubern“, so Strasser, die jedoch ebenso einige technisch versierte Spielerinnen um sich versammelt und somit zweifelsohne zum erweiterten Favoritenkreis gezählt werden darf. „Natürlich ist es eine Ehre, dabei zu sein und unter den Top-Mannschaften Bayerns mitmischen zu können“, so die 19-Jährige weiter, die sich auf die Unterstützung zahlreicher Fans aus der Heimat wird verlassen können. „Unserem kleinen Fanblock wollen wir uns natürlich gut präsentieren“, schielt Strasser abschließend mit mehr als einem Auge auf die Vorschlussrunde – danach sei sowieso alles möglich.

 

FC Karsbach (Bayernliga)
Seit sechs Jahren machen das unterfränkische Aushängeschild ETSV Würzburg und FC Karsbach die Bezirkskrone unter sich aus. Zum dritten Mal hat es nun der FCK geschafft. „Die Teilnahme ist für uns das Größte! Wir sind einfach nur froh, dass wir dabei sind und wollen möglichst nicht Letzter werden“, fühlt sich Laura Göbel in der Rolle des krassen Außenseiters in der Vorrundegruppe B pudelwohl. Bei den beiden bisherigen Teilnahmen am Endturnier sprangen jeweils zwei siebte Plätze heraus. Aus einer homogenen Mannschaft stechen Technikerin Marie Theres Franz, die „ausgebuffte“ Daniela Fiedler und Torjägerin Angelina Schreck ein wenig heraus. „Wenn sie ins Turnier kommt, ist sie eine Bombe“, so Göbel, die allerdings auf Youngster Laura Rosenberger nach einem Mittelfußbruch verzichten muss. Viel Arbeit könnte demzufolge auf Torfrau Tanja Goldstein zukommen, die vor allem ein Ziel vor Augen haben sollte: „Wir wollen schauen, dass uns nicht gerade Nina Heisel abschießt“, schmunzelt Göbel eingedenk der Sturmführerin des SV Weinberg, die ihre fußballerischen Wurzeln in Karsbach hat. Nach eigenem Befinden dürfte es keinen größeren Außenseiter als den unterfränkischen Bezirksmeister geben. Einen, der sich jedoch auf lautstarke Unterstützung einer zahlreichen eigenen Fangemeinde verlassen kann. Der FC Karsbach wäre nicht der erste Underdog, der für Schlagzeilen sorgt.

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